Pressemitteilung 18.09.2012

Gemeinsam die Wissenslücken schließen – und das Augenlicht bewahren

Experten-Bündnis informiert über die Augenerkrankungen AMD und DR

 

München, 18. September 2012 – Die Antworten auf die Fragerunde bei der Podiumsdiskussion „Informieren – Verstehen – Handeln“ waren ernüchternd: Nur einer von fünf Patienten wusste bereits bei der Diagnose seiner Augenerkrankung, was auf ihn zukommen würde. Für die anderen dagegen waren die Diagnosen „Altersabhängige Makula-Degeneration (AMD)“ und „Diabetische Retinopathie (DR)“ Fremdwörter. Ein Ergebnis, das für die sieben Partner der Initiative „Bewahren Sie Ihr Augenlicht“ keine Überraschung ist: „Das Wissen rund ums Auge ist bedauerlicherweise noch sehr gering“, so Prof. Frank G. Holz (Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft, DOG). Oftmals werden Sehverschlechterungen mit dem Alter abgetan oder verdrängt – zu groß ist die Angst, dass das Augenlicht unrettbar verloren sein könnte. Hier setzt die Initiative an. Sie will die Wissenslücken durch „verlässliche und wissenschaftlich fundierte Informationen schließen“, erklärt die Patientenbeauftragte des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Gesundheit (StMUG), Dr. Gabriele Hartl. „Denn je mehr der Einzelne weiß, desto leichter fällt der Gang zum Augenarzt“, ergänzt Ute Palm von PRO RETINA Deutschland.

Das Auge gilt als unser wichtigstes Sinnesorgan. Doch seinen Wert macht man sich im Alltag oft nicht bewusst. Erst wenn die Augen nicht mehr so können wie sie sollen, wird uns klar, was es bedeuten würde, das Augenlicht zu verlieren: Sehen, das heißt, vertraute Gesichter zu erkennen, Sehen heißt, gewohnten Tätigkeiten wie Autofahren und Fernsehen nachgehen zu können. „Allerdings ist vielen älteren, aber auch diabeteskranken Menschen gar nicht bewusst, dass sie Gefahr laufen, ihr Augenlicht durch eine AMD oder DR zu verlieren. Sie wissen zu wenig darüber und unterschätzen daher die schwerwiegenden Folgen“, fasst Rudi Ullrich (Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband, DBSV) die Notwendigkeit der Aufklärungsinitiative „Bewahren Sie Ihr Augenlicht“ zusammen.

Bei Diabetes die Augen im Blick haben

Erschwert werde dieses Wissensdefizit dadurch, so Dr. Klaus Heckmann (Berufsverband der Augenärzte Deutschlands, BVA), „dass beide Augenerkrankungen keine Schmerzen bereiten, die einen Arztbesuch nötig machen. Da bei der AMD anfangs meist nur ein Auge betroffen ist und das gesunde Auge die Fehlleistung des anderen Auges ausgleicht, nehmen die Patienten die Sehbeeinträchtigungen oft zu spät wahr.“ Bei Diabetespatienten verschärft sich die Situation noch durch die Diabetes-Grunderkrankung und deren mögliche Folgeerkrankungen, gibt Prof. Norbert Bornfeld (Retinologische Gesellschaft, RG) zu bedenken: „Sie haben ein straffes Programm an regelmäßigen Kontrolluntersuchungen, da fällt der Augenarzt gerne runter. Aber es darf nicht mehr passieren, dass ein Diabetiker jahrelang zwar seine Medikamente erhält – und nie einen Augenarzt besucht. Daher müssen wir dringend die Aufklärung und die Kommunikation zwischen Arzt und Patient verbessern.“

Liebgewonnenes steht im Mittelpunkt

Damit das Einhalten der Kontrolltermine zur Regelmäßigkeit wird, „wollen wir daher die Diabetiker an die drohende Gefahr in ihren Augen erinnern – und ihnen die Angst vor den möglichen Folgen nehmen. Der Zeiger steht, trotz der Diagnose DR, nicht auf fünf vor zwölf“, erklärt Ute Palm das Anzeigenmotiv der Initiative für Diabetiker. Da bei der AMD die Ausgangslage eine andere sei, entschieden sich die Partner für einen anderen Auftritt: „Gerade ältere Menschen schieben plötzliche Sehverschlechterungen oftmals auf normale Alterserscheinungen, weshalb wir sie, die mitten im Leben stehen und ihren Hobbys nachgehen, emotionaler ansprechen müssen.“ Im Mittelpunkt der Anzeige steht daher eine Dame, die die über Jahre gehegte Blumenpracht ihres Gartens nur noch teilweise sehen und genießen kann.

„Gerade durch diese unterschiedliche Ansprache gelingt es, ältere und diabeteskranke Menschen für eine Gefährdung ihres Sehvermögens zu sensibilisieren und so einer eventuellen Erblindung vorzubeugen“, ist sich Dr. Gabriele Hartl sicher. Unterstützt werde dieser Ansatz auch durch die diversen Materialien: So bieten die Partner beispielsweise sogenannte Simulationsbrillen an, die die Spätfolgen einer AMD bzw. eines Diabetischen Makulaödems, das eine Sonderform der DR ist, täuschend echt nachahmen. „Ein Blick durch diese Simulationsbrille sagt oft mehr als tausende Worte“, erklärt Prof. Dr. Frank G. Holz. „Das könnte Risikopatienten dazu motivieren, regelmäßig zum Augenarzt zu gehen – und das wäre ein großer Schritt in die richtige Richtung.“

Über die Initiative „Bewahren Sie Ihr Augenlicht“

Die Initiative „Bewahren Sie Ihr Augenlicht“ informiert ältere und diabeteskranke Menschen über die trockene und feuchte AMD sowie die Diabetische Retinopathie. Das Expertenbündnis zeigt außerdem mögliche Risikofaktoren auf, die unterschiedlichen Diagnosemöglichkeiten und Hilfsangebote. Gleichzeitig fordert die Initiative dazu auf, Sehverschlechterungen oder eine mögliche Erblindung im Alter nicht hinzunehmen, sondern aktiv dagegen anzugehen – z. B. mit der jährlichen AMD-Vorsorgeuntersuchung ab dem 50. Lebensjahr oder der mindestens einmal jährlichen augenärztlichen Routineuntersuchung für alle Diabetiker. Um dies zu erreichen, bringen die sieben Partner, d. h. das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit, der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA), der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV), die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG), Novartis Pharma, Nürnberg, PRO RETINA Deutschland e.V. und die Retinologische Gesellschaft (RG) ihre Erfahrung in der Augenheilkunde ein, z. B. prüfen die Augenärzte die medizinischen Aussagen. Die Selbsthilfeorganisationen wiederum bringen ihre eigenen Erfahrungen im Umgang mit der AMD und der DR sowie ihr umfassendes Know-how aus der Beratung ihrer Patienten ein, während Novartis Pharma und das Bayerische Gesundheitsministerium ihr Wissen in den Bereichen Prävention und Gesundheitsförderung beitragen. So unterhält das Staatsministerium seit 2007 die Gesundheitsinitiative Gesund.Leben.Bayern mit dem Schwerpunkt „Gesundheit im Alter“. Das Expertenbündnis „Bewahren Sie Ihr Augenlicht“ arbeitet bereits seit 2008 zusammen.

 

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