Pressemitteilung 06.06.2012

„Bewahren Sie Ihr Augenlicht“ geht in die nächste Runde: Startschuss fällt am Tag der Sehbehinderten

Expertenbündnis informiert künftig auch über Diabetische Retinopathie

 

Hamburg, 6. Juni 2012 – Folgeerkrankungen eines Diabetes kommen auf leisen Sohlen, bedeuten dafür aber oft schwerwiegende Konsequenzen für die Patienten. Das gilt vor allem für das Augenlicht, das bei Diabetes-Patienten durch eine Diabetische Retinopathie (DR) gefährdet ist. Durchschnittlich haben sie ein etwa 5-mal höheres Risiko zu erblinden als Menschen, die nicht an Diabetes erkrankt sind. [1] Ein Risiko, das vielen Diabetikern zwar bewusst ist, aber dennoch verdrängt wird. Hier setzt die Initiative „Bewahren Sie Ihr Augenlicht“ an: Pünktlich zum heutigen Sehbehindertentag, der unter dem Motto „Diabetes & Auge“ steht, geht das Expertenbündnis in die nächste Aufklärungsrunde und informiert künftig nicht mehr „nur“ über die Altersabhängige Makula-Degeneration ( AMD), sondern auch über die Diabetische Retinopathie.

Für Andreas Bethke, Geschäftsführer des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes (DBSV), der die Initiative unterstützt, ist dies ein wichtiger Meilenstein: „Jahr für Jahr erblinden rund 5.500 Diabetiker in Deutschland, viele davon, weil sie nicht ausreichend informiert sind oder den Gang zum Augenarzt scheuen. Deshalb wollen wir diese Zahl gemeinsam nach unten korrigieren!“ [2] Ein ambitioniertes Ziel, das aber durchaus realistisch ist, wie aktuelle Studien aus dem Bereich AMD belegen. So verwies Ute Palm, die PRO RETINA Deutschland e. V. innerhalb der Initiative vertritt, auf die Daten einer dänischen Studie. Hier konnte die Zahl der Neuerblindungen aufgrund einer feuchten AMD in den letzten zehn Jahren halbiert werden: „Natürlich ist die Versorgung der AMD-Patienten in Dänemark [3] ganz anders geregelt und vielleicht mag es daher dort leichter sein, solche Ergebnisse zu erzielen – aber gerade das spornt uns doch an!“, gibt auch sie sich angriffslustig.

Um dieses Ziel zu erreichen, bietet die Initiative „Bewahren Sie Ihr Augenlicht“ ausführliches Informationsmaterial rund um die beiden Augenerkrankungen AMD und DR an. Es kann ab sofort kostenlos unter der kostenfreien Telefonnummer 0 800 – 72 34 103 bestellt werden. Parallel wird die Homepage www.bewahren-sie-ihr-augenlicht.de aktualisiert. Außerdem wird die Initiative künftig verstärkt bei Patientenveranstaltungen vor Ort sein. Der erste offizielle Auftritt unter der neuen Ausrichtung erfolgt im Rahmen des internationalen Kongresses RETINA 2012, der vom 13. bis 15. Juli 2012 in Hamburg stattfindet. Anschließend startet eine Anzeigenkampagne in den führenden Apotheken-Kundenzeitschriften und weiteren Titeln der Publikumspresse.

Quellen:
[1] Trautner C et al.; Diabetes Care 2001; 24; 855–859.
[2] Blum M et al. Ophthalmology 2007; 104: 499–504.
[3] Bloch SB et al. Am J Ophthalmol 2012; 153: 209–213.e2.

Über die Initiative „Bewahren Sie Ihr Augenlicht“

Die Arbeit des Expertenbündnisses, bestehend aus dem Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit, dem Berufsverband der Augenärzte Deutschlands, dem Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband, der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft, Novartis Pharma GmbH, PRO RETINA Deutschland e. V. und der Retinologischen Gesellschaft, ruht auf drei Säulen: Sie ist sachlich, wissenschaftlich fundiert und patientenorientiert. Alle Initiatoren stehen Betroffenen und Angehörigen beratend zur Seite und bringen dazu ihre Erfahrung ein: Sie arbeiten gleichberechtigt und entscheiden gemeinsam über Inhalte und Umsetzung. So prüfen beispielsweise Augenärzte die medizinischen Aussagen. Die Selbsthilfeorganisationen wiederum bringen ihre eigenen Erfahrungen im Umgang mit der Altersabhängigen Makula-Degeneration (AMD) und der Diabetischen Retinopathie (DR) bzw. dem Diabetischen Makulaödem (DMÖ) sowie ihr umfassendes Know-how aus der Beratung ihrer Patienten ein.

Über die Altersabhängige Makula-Degeneration (AMD)

AMD ist die Abkürzung für Altersabhängige Makula-Degeneration, eine Erkrankung des Auges, die meist nach dem 50. Lebensjahr entsteht und zur so genannten „Altersblindheit“ führen kann. Sie tritt in zwei Verlaufsformen auf – als trockene und als feuchte AMD. Mehr als vier Millionen Menschen in Deutschland leiden derzeit an einer dieser Augenerkrankung, der Großteil von ihnen – über 80 Prozent – ist dabei von der trockenen Form betroffen. Allerdings können nur 14 Prozent der Deutschen den Begriff AMD einer Augenerkrankung zuordnen, wissen jedoch wenig über die Erkrankung selbst. Die Folge: Erste Anzeichen der AMD werden zu spät erkannt und die Chancen der Augenärzte, den fortschreitenden Sehverlust ihrer Patienten aufzuhalten, sind eingeschränkt. Dabei ist der Verlust des Augenlichts in vielen Fällen vermeidbar, denn eine regelmäßige Vorsorge und eine frühe Diagnose stellen sicher, dass Betroffene rechtzeitig beraten und betreut werden: Daher sollte jeder ab dem 50. Lebensjahr einmal jährlich zur Kontrolle beim Augenarzt.

Über die Diabetische Retinopathie und das Diabetische Makulaödem

Das Diabetische Makulaödem (DMÖ) kann als Folge einer Diabetischen Retinopathie entstehen, die als die häufigste Diabetes-Folgeerkrankung der Augen gilt. Bei einer Diabetischen Retinopathie verändern sich die Blutgefäße auf der lichtempfindlichen Augenhinterwand krankhaft. Bei Patienten, die an einem DMÖ leiden, tritt außerdem Flüssigkeit aus diesen krankhaft veränderten Blutgefäßen aus. Von einem klinisch signifikanten Diabetischen Makulaödem spricht man, wenn das Zentrum der Netzhaut, die sogenannte Makula, betroffen ist. Da dieser Teil des Auges für das scharfe Sehen zuständig ist, kann ein klinisch signifikantes DMÖ zu erheblichen Einschränkungen des Sehvermögens führen. Aktuelle Studien zeigen, dass derzeit ein bis drei Prozent der Patienten im Laufe ihrer Diabetes-Erkrankung ein klinisch signifikantes DMÖ entwickeln, das zu einer Visusbeeinträchtigung führt. Das DMÖ ist in den meisten Industrienationen die Hauptursache für die Erblindung von Menschen im erwerbstätigen Alter.
 

Pressekontakt

HERING SCHUPPENER Healthcare
Unternehmensberatung für Gesundheitskommunikation GmbH

Katrin Jannikoy
Tel +49 40 36 80 75 33
Fax +49 40 36 80 75 99
kjannikoy@hs-healthcare.de

Antje Jonas
Tel +49 40 36 80 75 16
Fax +49 40 36 80 75 99
ajonas@hs-healthcare.de

Drucken